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Guido, Herzog von Urbino.................................................................. Delacqua, Senator.............................................................................. Barbaruccio, Senator.......................................................................... Testaccio, Senator.............................................................................. Barbara, Delacquas Frau.................................................................... Agricola, Barbaruccios Frau................................................................ Constantia, Testaccios Frau................................................................ Annina, Fischerstochter, Barbaras Milchschwester............................... Caramello, des Herzogs Leibbarbier.................................................... Pappacoda, Makkaronikoch............................................................... Ciboletta, Zofe bei Delacqua............................................................... Enrico Piselli, Seeoffizier, Delacquas Neffe.......................................... Centurio, Page des Herzogs................................................................ Fischweib........................................................................................... Topfenhändlerin.................................................................................. Blumenmädchen.................................................................................. Austernhändlerin................................................................................. Bohnenhändler.................................................................................... Traubenverkäufer................................................................................ Wasserträger...................................................................................... Melonenverkäufer............................................................................... |
Tenor Bariton Baß Baß Mezzosopran Mezzosopran Sprechrolle Sopran Tenor Tenor Mezzosopran Sprechrolle Mezzosopran Sopran Sopran Sopran Sopran Tenor Tenor Baß Baß |
Chor (SSTB): Kavaliere, Gondolieri, Senatorenfrauen, Gäste, Musikanten, Diener Orchesterbesetzung: 2 (Picc), 2, 2, 2 - 4, 2, 3, 0 - Pk, Schlg - Hfe, 2 Git, 2 Zithern - Str Bühnenmusik: 2 Trompeten (F) obligat - alle Holz- u. Blechbläser ad libitum Als Johann Strauss nach der erfolgreichen Uraufführung der Operette Der lustige Krieg im Theater an der Wien am 25. November 1881 mit deren Textautoren F. Zell (recte Camillo Walzel) und Richard Genée (der nicht nur die ersten »Operetten-Gehversuche« von Strauss begleitet, sondern auch das Textbuch zur Fledermaus verfaßt hatte) in Verhandlungen trat, boten sie ihm zwei Sujets zur Auswahl an: Der Bettelstudent und Venezianische Nächte. Warum der in solchen Fragen stets unsichere Strauss sich letztlich für das schwächere Buch entschied, muß dahingestellt bleiben. Die von Strauss in Coburg beantragte und am 9. Dezember 1882 schließlich vollzogene Scheidung von Angelika (»Lilli«) Dittrich machte eine Uraufführung in Wien problematisch. Und so erlebte die Nacht in Venedig als einzige Operette von Johann Strauss ihre Uraufführung in Berlin, am 3. Oktober 1883 im Neuen Friedrich Wilhelmstädtischen Theater. Die Aufnahme bei Publikum und Kritik war gleichermaßen schlecht. Johann Strauss machte sich also in aller Eile daran, für die Wiener Erstaufführung am 9. Oktober 1883 im Theater an der Wien umfangreiche Änderungen vorzunehmen. Der »Lagunen-Jodler des Herzogs« (Berliner Tagblatt) – von Genée eiligst neu geschrieben – wurde gekürzt und dem Publikumsliebling Girardi (Caramello) überantwortet, das »Kochlöffel«-Duett durch Pappacodas Szene (ursprünglich im 3. Akt) ersetzt. Leider fielen den Nachwehen des Berliner Mißerfolges auch so bezaubernde Nummern wie das Duett Annina-Agricola mit Frauenchor zum Opfer; es wurde durch ein keineswegs adäquates Spottlied ersetzt. So erfolgten in der Eile zahlreiche Umarbeitungen, die keineswegs besser sind als die genialen Stellen der Berliner Urfassung. Selbst nach der – erfolgreichen – Wiener Premiere griff Strauss noch zur Feder und machte aus dem laut einer Rezension »rauschenden Marsch« am Ende des Finales II einen wundervollen, an dieser Stelle aber unpassenden Walzerschluß. Die vom Verlag Cranz/Spina bereits kurz nach der Wiener Erstaufführung herausgebrachte hektographierte Partitur überliefert diese »Wiener Fassung«, die Berliner Urfassung fiel der Vergessenheit anheim. Die Schwächen des Textbuches führten zu unzähligen Bearbeitungen, die die ohnehin unter einem Unstern stehende Operette weiter verfremdeten. Dennoch hat sich das Werk im Repertoire der meisten Opernhäuser gehalten und gehört zu den meistgespielten Werken von Johann Strauss. Eine Neuausgabe, die auch die z.T. wesentlich bessere Berliner Urfassung publiziert und damit die Möglichkeit bietet, manche übereilte Entscheidung von Johann Strauss rückgängig zu machen, war also dringend gefordert. Die Strauss Edition Wien hat daher bereits jetzt eine solche Partitur samt Aufführungsmaterial erarbeitet. Erstmals sind hier die vollständigen Fassungen der Berliner Uraufführung und der Wiener Erstaufführung enthalten. Die beiden Fassungen sind sowohl in der Partitur als auch in den Orchesterstimmen so gegliedert, daß an jeder Stelle ohne zusätzlichen Probenaufwand die jeweils gewünschte Fassung ausgeführt werden kann. Dargestellt ist das durch eigene Sprungzeichen, ähnlich dem gebräuchlichen vi= =de (Ber= =lin für die Berliner, Wi= =en für die Wiener Fassung) mit Angabe der jeweils weiterführenden Seitenzahl. Weiteres gibt die Bezeichnung der einzelnen Musiknummern durch beigefügte Buchstaben »B« oder »W« die Fassung an, während ein Inhaltsverzeichnis in zwei Spalten die Chronologie beider Fassungen mit Seitenzahlen wiedergibt. Inhaltliche Basis dieser Neuausgabe ist die autographe Partitur von Johann Strauss. Sie enthält mit Ausnahme des dritten Finales samt Aufzugsmarsch die gesamte Berliner Fassung sowie die Umarbeitungen des 1. Aktes. Für alle nicht darin enthaltenen Teile (einige Takte des ersten Finales, das Spottlied aus dem 3. Akt, Aufzugsmarsch und Finale III, sowie die Wiener Fassung des 2. und 3. Aktes) dient die hektographierte Partitur des Verlages Cranz/Spina als Vorlage. Diese entstand bereits im November 1883 in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten; mit Ausnahme einer kurzen Stelle im zweiten Finale enthält sie ausschließlich die Wiener Fassung. Michael Rot Venedig, um 1750. I. Der Herzog von Urbino kommt zum Karneval. Dieses Mal will er die Senatorsgattin Barbara Delacqua erobern. Ihr Gatte will das verhindern, aber auch den Herzog nicht verprellen, denn der hat auf seinen Gütern eine Verwalterstelle zu vergeben. Delacqua hat eine Idee: Barbara soll auf die Insel Murano gebracht werden, und ihre Zofe Ciboletta will er als seine Gattin vorstellen, um die Verwalterpfründe abzuschmeicheln. Der Plan mißlingt. Der herzogliche Barbier Caramello erfährt davon durch Pappacoda, der es mit Ciboletta hat. Als Gondoliere verkleidet holt Caramello die vermummte Barbara ab und bringt sie nicht auf die Insel, sondern in den Palast des Herzogs. II. Akt. Im Palazzo Urbino, am selben Abend. Caramello macht seiner eigenen Braut Annina den Hof, hält sie aber für die Senatorsgattin. Annina nämlich springt hilfreich für ihre Milchschwester Barbara ein, während jene sich mit ihrem angeheirateten Neffen Enrico trifft. Nun steht Caramello noch dümmer da als Delacqua. Zähneknirschend muß Caramello nun erleben, wie sein Herr der vermeintlichen Barbara immer näher rückt. Ihm bleibt es nur zu stören. Alle behindern sie den lüsternen Herzog: die Senatorengattinnen, Pappacoda mit seinen Freunden, schließlich Delacqua mit seiner nochmals falschen Gattin, der unverkennbar trampeligen Ciboletta, die prompt beim gönnerhaften Herzog keine Verwalterstelle, sondern für ihren Pappacoda das Amt des Leibkochs erwirkt. Bevor sich der Herr des Palasts vollends mit Barbara alias Annina zurückziehen kann, fordert der Karneval, Schlag Mitternacht, allesamt zum Maskentrubel auf den Markusplatz. III. Akt, Markusplatz, nach Mitternacht. Alles gerät durcheinander. Am Ende macht der Herzog gute Miene zum trügerischen Spiel. Caramello bekommt die Verwalterstelle, allerdings nur, wenn er Annina heiratet. Und der ahnungslose gehörnte Delacqua bekommt wenigstens seine verschollene Barbara wieder. Mitten im besserwissenden Volk umarmt er gerührt seinen Neffen Enrico, der sie in guten Händen vor dem Herzog verwahrt hat. |